Dortmund – Gafferin filmt Suizidversuch – Polizei reagiert mit flammendem Appell

Einen dreisten Fall von Gafferei während des Suizidversuches eines Menschen hat die Dortmunder Polizei öffentlich gemacht. Während eine Person von einem Balkon springen wollte, Höhenretter der Feuerwehr in den Einsatz gingen und die Polizeibeamte alles dafür taten, die Person noch von ihrem Vorhaben abzubringen, habe eine Nachbarin Detailaufnahmen von dem verzweifelten Menschen gefilmt.

Die Polizisten nahmen der Nachbarin bei dem Einsatz am Dienstag die Kamera ab und stellten Strafanzeige, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die Höhenretter konnten die verzweifelte Person vom Suizid abbringen. Sie befindet sich jetzt in ärztlicher Behandlung.

Die Polizei appellierte, keine Bilder von hilflosen und oder verletzten Menschen zu machen. „Wenn Sie selber in dieser Situation wären, würden Sie das auch nicht wollen!“, unterstrichen die Beamten in ihrer Mitteilung. Das Gesetz stelle solche Handlungen unter Strafe.

Polizei erinnert an drohende Freiheitsstrafe fürs Gaffen

„Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine Bildaufnahme, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt, unbefugt herstellt oder überträgt und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt,…“, heiße es in Paragraf 201a des Strafgesetzbuchs.

Normalerweise macht die Polizei Einsätze aufgrund von Suizidversuchen nicht öffentlich. In diesem Fall war die Dreistigkeit der Gafferin offenbar Grund genug, es doch zu tun.

Zuletzt hatten Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte häufiger die Dreistigkeit von Schaulustigen an den Pranger gestellt, die bei Unfällen ihre Arbeit behinderten oder die Beamten sogar beleidigten und tätlich angriffen. Zwei solcher Vorfälle sehen Sie in den folgenden Videos.

Video zeigt unbelehrbare Gaffer: Polizei ist viel gewohnt, doch Van-Besatzung sorgt für Entsetzen

Auch im Video: Rettungskräfte wollen schwerverletzte Menschen befreien – dann mischen sich Gaffer ein