Aue im Erzgebirge – Weil er homosexuell ist? Sächsische Kirchengemeinde schasst Mitarbeiter

Nach 18 Jahren Kirchenarbeit ist der 54-jährige Diakon und Jugendwart Jens U. aus Aue im sächsischen Erzgebirge von seiner Anstellung bei der Gemeinde entlassen worden. Er selbst behauptet, dies sei geschehen, weil er sich als homosexuell geoutet hatte. Die zuständigen Gemeinden schweigen zu den Vorwürfen.

Wie der „Tag24“ berichtet, sei der Diplom-Religionspädagoge kurz zuvor mit seinem Freund eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen. Bald darauf habe er von den Vorständen mehrerer örtlicher Kirchengemeinden ein Schreiben erhalten, das ihm die weitere Mitarbeit, darunter auch das Predigen und die Jugendarbeit bei kirchlichen Veranstaltungen, untersagte. Er zitierte daraus gegenüber dem „Tag24“: „Man bezweifelt, dass ich weiter ’segensreich‘ wirken könne.“

Jens U. sei zuvor noch nie in irgendeiner Weise unangenehm oder strafrechtlich in Erscheinung getreten, berichtet das Blatt. Es habe sich bis zu seinem Outing als Homosexueller nie jemand innerhalb der Gemeinden an seiner Person gestört, sagte Jens U. Als Diakon bekleidete er eine leitende Funktion und war als gläubiger Christ in der Kirche tätig gewesen.

Rückendeckung vom Landesbischof

Der bisherige Vorgesetzte des geschassten Kirchenmannes erklärte gegenüber „Tag24“, dass ein Arbeitsverbot bei der Kirche gar nicht von den Gemeinden selbst ausgesprochen werden dürfe – er sei jedoch bemüht, „das vermittelnde Gespräch“ zu suchen, um einen offenen Konflikt innerhalb der örtlichen Kirche zu vermeiden.

Auch die zentrale Landeskirche Sachens kritisiere das Vorgehen der Gemeinden schwer – sogar der zuständige Landesbischof Carsten Rentzing (49) habe Jens U. bereits angerufen, um ihm „den Rücken zu stärken“. Die Kirchengemeinden im Erzgebirge haben sich laut „Tag24“ trotz mehrfacher Anfragen noch nicht zu dem Vorfall geäußert.

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